Donnerstag, 8. Juli 2010

36 Grad und es wird noch heißer

4. Etappe: Guben - Fuerstenwalde (via Frankfurt/ Oder - 80 km/ 290 km)

Vorgestern wünschten wir uns ein wenig Sonne herbei und heute gab es echt eine Menge davon. Eigentlich bekommen ich nicht so schnell Sonnenbrand, aber heute glühen meine Waden - allerdings nicht vom Radfahren. Von Guben zum Kloster Neuzelle gab es abwechslungsreiche Landschaft und da wir mal um 10 loskamen auch noch bei angenehmen Temperaturen. Das Kloster ist echt sehenswert, so dass wir länger verweilten. Das leckere Klosterbräu trug auch noch zur Startverzögerung bei. Als wir uns gegen 2 Uhr in den Sattel schwangen, war es dann so heiß, dass wir aller 30 Minuten unsere Flüssigkeitsreserven mit Wasser, Saft, Bier und ähnlichem auffüllen mussten. In Eisenhüttenstadt blieb leider nur Zeit um das Stalin-Viertel zu besichtigen (übrigens architektonisch nicht uninteressant) und mal schnell durch die Karl-Marx-Straße zu fahren. Kurz hinter Eisenhüttenstadt gab es dann noch die Ernst-Thälmann-Siedlung. Der Osten lässt grüßen.
Ab hier hieß es noch mal 30 km bei tropischen Temperaturen die Zähne zusammenbeißen, um rechtzeitig Frankfurt/ Oder zu erreichen, in dem wir allerdings nicht nächtigen. Vom Bahnhof (wo wir morgen früh wieder einsetzen) ging es mit dem Zug nach Fürstenwald wo uns Silkes Eltern bei Wasser und Brot für eine Nacht Asyl gewähren. Gut, dass man Schwieger-/Eltern hat. So jetzt muss ich zur Party, weil Herms schon mit einem dunkelrotem Getränk auf mich wartet , damit wir uns wieder vertragen können (nur für Insider). MO
Dank Torbens Hilfe ist es mir nun auch gelungen ein erstes Bild hochzuladen. Hier seht ihr Silke und Maik im Park von Bad Muskau mit Sack und Pack. Im Hintergrund ist das neuerstandene Pücklerschloss. Auf alle Fälle sehenswert, ebenso der im englischen Stil angelegte Park.
Danke an alle, die schon einen Gruß gesandt haben. Das ist übrigens ganz einfach - für alle die sich noch nicht getraut haben. Unter jedem Beitrag findet ihr das Wort "Kommentar". einfach anklicken, dann öffnet sich ein Fenster und ihr braucht nur noch losschreiben. Traut euch. MO

Leider muszten die vorhergehenden Blogs aus datenrechtlichen Gruenden entfernt werden. Deshalb hier nur die Tourdaten:
07.07.2010 3.Etappe - Bad Muskau - Guben/ 80 km)
06.07.2010 2. Etappe Görlitz- Bad Muskau/ 79 km)
05.07.2010 1. Etappe Mittelherwigsdorf - Görlitz/ 51 km
Die Sonne lacht & wir steigern uns

07.07. (3.Etappe - Bad Muskau - Guben/ 80 km/ 210 km)

Heute werden wir nach den gestrigen Strapazen mit perfektem Radelwetter belohnt - angenehme Temperaturen, ein laues Lüftchen und Wölkchen wie bei den "Simpsons", die ab und an Schatten spenden. Schloss und Park in Bad Muskau faszinieren uns so, dass wir erst weit nach Mittag starten. Forst wird uns wegen seiner vielen gesprengten und immer noch als Ruine dastehenden Brücken in Erinnerung bleiben und Guben wegen der gigantischen Plastinatoren- Fabrik des Gunter von Hagens (übrigens in einer ehemaligen Tuchmacherfabrik), die wir allerdings nicht besuchten.
Der Abend war perfekt im Biergarten unseres Hotels bis in der 72. Minute alle Titelträume unserer prächtigen Fußballjungs zerbrachen. Aber trotz der Trauer überwiegt doch die Freude über eine so erfrischend spielende, junge Mannschaft. Wir freuen uns schon auf Samstag: Deutschland - Uruguay
Jetzt sitze ich übrigens im Kloster Neuzelle (die haben auch Internet) und freue mich auf eine hauseigenes Klosterbräu. Doch da wären wir schon bei der 4. Etappe.
Dazu später mehr MO
"Der Härtetest" - Kleiner Nachtrag zum 6.7.
Zweite Etappe: Görlitz - Bad Muskau - 79 km/ 130 km

Eigentlich hatten wir gehofft, dass nach der verregneten Nacht alles Wasser vom Himmel gefallen war. Doch weit gefehlt. Dieser Tag sollte zum ersten Härtetest für Mensch und Material werden, denn es regnete fasst den ganzen Tag und die Windböen bliesen uns kräftig ins Gesicht. Die wasserdichten Radtaschen und der Seesack bewährten sich prächtig und die Regenüberzieher, die Silke einen Tag vor Abfahrt besorgt hatte, boten nicht nur Schutz vor dem Regen sondern wärmten auch kräftig, so dass wir trotz Kälte und auch Dank des kräftigen Gegenwindes, dem sich unsere Umhänge mächtig entgegenstemmten, ziemlich ins Schwitzen kamen. Betrachten wir das Ganze als kleine Vorbereitung auf die skandinavischen Weiten.
Trotz der widrigen Umstände ließen wir uns die Laune nicht nehmen. In der Kulturinsel Einsiedel gab es ein leckeres Süppchen und kurz vor Anpfiff des Halbfinalspieles Holland- Uruguay erreichten wir glücklich und erschöpft unsere Pension "Max".
Fußball gab es dann im Bett bei Würstchen und Weinchen.

Dienstag, 6. Juli 2010

6.7. Nach einer regenreichen Nacht .....
und einem wunderbaren Frühstück bei Elke und Christoph wird uns unser Weg heute über das mit 4000 denkmalgeschützten, historischen Bauten gesegnete Görlitz, das für seine Holzkunst und Baumhotels bekannte Einsiedel ins "pücklerparkige" Bad Muskau führen. Auch da erwarten uns Bekannte. Wir werden in der sehr empfehlenswerten Pension der Familie Max nächtigen, die ich im letzten Jahr bereits mit meinen Freund Christian, Volker und Jürgen bei einer gemeinsamen Fahrradtour testete. In den nächsten Tagen werden die Nachrichten wahrscheinlich etwas dünner, da wir in dünner besiedeltes Gebiet kommen und wahrscheinlich nicht auf jedem Dorf ein PC steht. MO

Montag, 5. Juli 2010

Die Reise hat begonnen
Sonntag, 4.7. fährt unser Zug von Roßwein nach Zittau. Die Räder sind schwer beladen und das Umsteigen in Dresden-Neustadt ist es echt hart. Wir schleppen die Räder treppauf, treppab. Das Personal, welches den Lastaufzug bedienen soll, ist nicht zu sehen. Nach 1 1/2 Stunden im mit Räder überfüllten (toll) Regionalexpress erreichen wir Zittau. Haben wir alles dabei?! Na, das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Einen lauen Sommerabend und die Nacht verbringen wir in Mittelherwigsdorf bei unseren netten Kletterfreunden Conny und Uwe.
Unsere erste Etappe
5.7. (Mittelherwigsdorf - Görlitz/ 51 km)
Unser Weg führt uns von Zittau an der "Oder-Neiße-Friedensgrenze" entlang nach Görlitz. Unterwegs begrüßen uns zwei Kirchen freundlich mit Orgelmusik (Johanniskirche) und 12 Uhr-Glockenklang (Dorfkirche Hischfelde). Im Klosterstift St.Marienthal gibt es neben imposanter Architektur und klösterlichen Prunk ein leckeres Klosterbier. Mein Hinterrad schlägt schon seit Zittau. Zum Glück gibt es gleich am Ortseingang von Görlitz einen gutsortierten Fahrradladen. Der Hinterreifen rießt nämlich bedrohlich auf. So bekommt mein Fahrrad gleich hinten und vorn ein paar neue unplattbare Reifen und eine neue Lampe. Da der Schrauber grad ein anderes Fahrrad repariert übernehme ich das Wechseln in seiner Werkstatt gleich selbst- Werkzeug und Kompressor inclusive. Für Silke gibt es noch eine schicke Lenkertasche, so dass wir nach einer halben Stunde Reparatur unsere letzten Kilometer in idyllische Girbigsdorf fortsetzen. Hier werden wir von Elke und Christoph - zwei ganz lieben Musiklehrerkollegen - schon mit Kaffee, Eis und Kuchen erwartet werden. Was für ein perfekter Beginn für solch eine Reise, die erst Ende September mit der hoffentlich glücklichen Umrundung der Ostsee enden soll. Doch dazu später mehr, denn jetzt werde ich mich erst einmal bei den Grillvorbereitungen nützlich machen. MO

Freitag, 2. Juli 2010

Heute betrete ich Neuland.
Mein erster Blog!!!
Er soll Euch die Möglichkeit geben, mit mir ein wenig auf Reisen zu gehen. Ich hoffe, dass Ihr ihn nicht nur lest, sondern mir auch ab und an eine kleine Nachricht in die einsamen skandinavischen, später baltischen Weiten sendet.
Ich weiß: eine gute, alte Postkarte wäre besser, aber ich brauche meine Spucke zum Radeln....
MO